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Am 19. Februar 2025 stellte die Europäische Kommission das Papier „Eine Vision für Landwirtschaft und Ernährung – Gemeinsam einen attraktiven EU-Agrar- und Lebensmittelsektor für künftige Generationen gestalten“ vor. Die Kommission sieht dieses Papier als Wegbereiter für ein attraktives, wettbewerbsfähiges, widerstandsfähiges, zukunftsorientiertes und faires Agrar- und Lebensmittelsystem entlang der Wertschöpfungskette von den Landwirtinnen und Landwirten bis zu den Agrar- und Lebensmittelunternehmen.

„Ernährung und Landwirtschaft sind für die Menschen, die Wirtschaft und die Gesellschaft Europas von entscheidender Bedeutung. Wir brauchen den Agrar- und Lebensmittelsektor, um auf einem fairen globalen Markt zu gedeihen und mit ausreichender Widerstandsfähigkeit zu konkurrieren, um Krisen und Schocks zu bewältigen.“

Christophe Hansen
EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung und Initiator dieses Visionspapiers

Kernpunkte des Papiers

  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Unterstützung von Betrieben: Betont wird die Notwendigkeit, die Landwirtschaft finanziell zu entlasten und ihre Marktstellung zu stärken. Junge Landwirt/innen sollen durch eine erleichterte Hofnachfolge und den Zugang zu Krediten unterstützt werden. Für mehr Transparenz auf dem Bodenmarkt soll eine Beobachtungsstelle für Agrarland eingerichtet werden.
  • Reform der Agrarsubventionen nach 2027: Direktzahlungen sollen beibehalten werden. Darüber hinaus plant die Kommission eine flexiblere Gestaltung der Agrarförderungen. Mitgliedstaaten sollen mehr Spielraum erhalten, um nationale Lösungen für landwirtschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Freiwillige Ökoregelungen sollen ausgebaut und Umweltauflagen weniger verpflichtend gestaltet werden.
  • Erhöhung der Importstandards: Um der europäischen Landwirtschaft fairere Wettbewerbsbedingungen zu bieten, sollen Importprodukte künftig denselben Umwelt- und Sozialstandards unterliegen wie EU-Produkte. Besonders der Einsatz von Pestiziden in Drittstaaten soll stärker kontrolliert werden.
  • Tierwohl und Ernährungsfragen: Die Kommission plant eine Reform der Tierschutzstandards, darunter ein schrittweises Verbot der Käfighaltung. Hinsichtlich gesunder und nachhaltiger Ernährung fehlen jedoch konkrete Maßnahmen zur Förderung pflanzenbasierter oder regionaler Lebensmittel.

Die wichtigsten Punkte für die Pflanzenzüchtung im Visionspapier

Das Visionspapier hebt die zentrale Rolle von Wissen, Forschung und Innovation für die Landwirtschaft hervor. Die schnelle Umsetzung neuer Erkenntnisse und Technologien in landwirtschaftlichen Betrieben soll durch gezielte Förderung, praxisnahe Erprobungen und Reallabore erleichtert werden.

  • Forschung und Innovation als Treiber des Wandels:
    Durch Programme wie „Ein Boden-Deal für Europa“ sollen nachhaltige Bodenbewirtschaftungsmethoden gefördert werden. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Landwirten und Unternehmen in lokalen Reallaboren soll praxisnahe Innovationen beschleunigen.
  • Neue genomische Techniken (NGT):
    Moderne Biotechnologien, darunter NGT, sollen zur Entwicklung klimaresilienter, ressourcenschonender und ertragreicher Pflanzensorten beitragen. Auch mikrobiologische Innovationen könnten helfen, den Bedarf an synthetischen Düngemitteln zu reduzieren.
  • Förderlicher Rechtsrahmen für Innovationen:
    Die EU-Kommission betont die Notwendigkeit, neue gesetzliche Regelungen für NGT schnell umzusetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Pflanzenzüchtung zu sichern. Viele Drittländer haben bereits modernisierte Vorschriften eingeführt, wodurch ein ungleicher Wettbewerb droht.
  • Internationale Zusammenarbeit:
    Kooperationen mit Organisationen wie der FAO, CGIAR und OECD sollen dazu beitragen, innovative Lösungen für globale Herausforderungen in der Landwirtschaft zu entwickeln.

Jan Jacobi 

Nicole Ickstadt

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