Grußwort der BDP-Vorsitzenden Stephanie Franck
die 21. Legislaturperiode hat begonnen – nun müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Die Aufgaben sind gewaltig und vielfältig.
Klimawandel, Ernährungssicherung und die Weiterentwicklung nachhaltiger Produktionsmethoden zählen zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Sie erfordern integrierte Lösungen, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch tragfähig sind. Die Grundlage dafür ist ein leistungsfähiges Innovationssystem. Es muss darauf ausgerichtet sein, auch künftig eine große Vielfalt widerstandsfähiger und ertragreicher Pflanzen für die Landwirtschaft bereitzustellen – um den Zukunftsfragen mit mehr Resilienz und Effizienz begegnen zu können.
Wie in jedem Innovationssystem geht es vor allem darum, wie Wissen erzeugt, verbreitet und in innovative, bedarfsgerechte Produkte, Technologien oder Dienstleistungen überführt wird. Dies erfordert ein enges Zusammenspiel von verschiedenen Akteuren und Institutionen. Gesetze und regulative Prozesse müssen optimal darauf abgestimmt sein. Deshalb fordern wir die Einrichtung einer Leitstelle für Innovationen, die die Koordination eines Wirkungsnetzes rund um die Pflanze sicherstellt.
Die Pflanzenzüchtung spielt in diesem Gefüge eine Schlüsselrolle. Um ihre Innovationskraft zu entfalten, braucht es klare politische Rahmenbedingungen in zentralen Handlungsfeldern und einen reibungslosen Wissenstransfer. Als BDP haben wir deshalb klare Erwartungen an die Bundesregierung formuliert:
Kernpunkte für einen kohärenten Rechtsrahmen sind, den Sortenschutz zu stärken, den freien Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen zu sichern und die Forschung zu intensivieren.
Ohne einen verlässlichen Schutz des geistigen Eigentums inklusive einer fairen Nachbauregelung stehen Investitionen in klimaresiliente Sorten auf dem Spiel. Patente dürfen den Fortschritt in der Pflanzenzüchtung nicht blockieren, weshalb der Sortenschutz mit seinem Open-Source-Prinzip als primäres Schutzrecht in der Züchtung gestärkt werden muss. Nur mit gezielten Investitionen u. a. in Resistenzforschung, Insektenmanagement und Data Science kann die Pflanzenzüchtung effizient neue Sorten für die Landwirtschaft entwickeln. Hier braucht es auch ein langfristiges Engagement von staatlicher Seite. Der Zugang zu einem breiten Methodenspektrum inklusive neuer Züchtungsmethoden muss für möglichst viele Unternehmen fair und unter Beachtung der Schutzrechte gewährleistet sein. Nur so können diese Innovationen ihr Potenzial entfalten.
Die neue Legislaturperiode bietet die Chance, die Weichen für zukunftsfähige Agrar- und Ernährungssysteme zu stellen. Die Pflanzenzüchtung ist bereit, ihren Teil zu leisten – jetzt liegt es an der Politik, dafür die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Das friktionslose Zusammenspiel von Akteuren, Institutionen und Prozessen im Innovationssystem Pflanze ist essenziell. Die Politik muss eine Leitstelle für Innovationen einrichten, um das sicherzustellen.
Stephanie Franck
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