Der jüngste Rückgang der Gräser Vermehrungen in Deutschland war zum Teil der schwierigen Marktlage geschuldet, die ausgeprägten Zyklen unterliegt. Zudem wirkt sich die zunehmende Internationalisierung der Saatgutproduktion auf die hiesigen Vermehrungsflächen aus. Die Produktion von Klee- und Luzerne-Saatgut hat sich dagegen mit 3.760 ha zur Ernte 2025 in Deutschland sehr positiv entwickelt. Die aktuelle Fläche ist die größte seit dem Jahrtausendwechsel.
Gemeinschaftliches Saatgutrecht
Die Diskussion um eine neue EU-Saatgutverordnung hat Euroseeds und die nationalen EU-Saatgutverbände 2025 in Atem gehalten; dies setzt sich auch in diesem Jahr fort. Am 3. Februar 2026 hat der Trilog zum Abgleich der Positionen von Parlament, Ministerrat und Kommission offiziell begonnen. Die Abteilung Futterpflanzen des BDP hat sich intensiv in die bisherige Diskussion eingebracht. Schwerpunktthemen aus Sicht der Futterpflanzenzüchtung waren die Regeln für Saatgutmischungen, die Zukunft der Kategorie Handelssaatgut, die Ausnahmen von der obligatorischen Saatgutzertifizierung sowie die Artenliste, für die das zukünftige Saatgutrecht gelten soll.
Arbeitsgruppen der Abteilung
Die fachliche Arbeit der Abteilung erfolgt zu großen Teilen in spezifischen Arbeitsgruppen. Zu nennen sind hier insbesondere die Arbeitsgruppe Rasengräser und die Arbeitsgruppe Sortenempfehlung Futterpflanzen.
Die Arbeitsgruppe Rasengräser befasst sich u. a. mit der Weiterentwicklung des in Deutschland privat organisierten Prüfsystems für Rasengräser. Zum einen soll in Zukunft eine regelmäßige Nachprüfung von älteren Sorten einen besseren Vergleich mit der Leistungsfähigkeit von Neuzulassungen erlauben. Für neuere Sorten soll zudem über aktualisierte Neuauswertungen eine bessere Differenzierung des Sortenspektrums erreicht werden. Zum anderen wird gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück an Konzepten für eine extensivere Rasenbewirtschaftung gearbeitet.
Die Arbeitsgruppe Sortenempfehlung Futterpflanzen beschäftigt sich mit den Prüf- und Empfehlungssystemen der Länderdienststellen für Gräser und Feinleguminosen. Die Systeme sollen erhalten und sinnvoll weiterentwickelt werden. Die Züchterinnen und Züchter von Futterpflanzen werden von den offiziellen Stellen zunehmend als wichtige Partner für die Gestaltung der Prüfsysteme wahrgenommen. Auch die Wertprüfung des Bundessortenamts wird von der Arbeitsgruppe begleitet.
Der Futterpflanzen-Saatgutmarkt ist international ausgerichtet. Die Nutzung komparativer Kostenvorteile in der Produktion ist unverzichtbar. Gleichwohl bleibt es Ziel des BDP, einen substanziellen Teil der Saatgutproduktion für Gräser und Feinleguminosen in Deutschland zu halten.“
Dr. Eike Hupe, Mitglied im BDP-Vorstand und Vorsitzender der BDP-Abteilung Futterpflanzen
Quellen: Fläche: Bundessortenamt, Ernte: Schätzung des BDP
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