Im Jahr 2025 wurde in Deutschland Freilandgemüse auf 130.400 Hektar angebaut (+3,9 % im Vergleich zum Vorjahr, Stat. Bundesamt). Der Anstieg der Anbaufläche wirkte sich zusammen mit den höheren Erntemengen positiv auf den Gesamtertrag (4,5 Mio. t) aus (+8,1 % gegenüber 2024).
Forschungsprojekt: Freilandgemüsearten
Das seit 2013 am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie laufende Forschungsprojekt im Freilandgemüseanbau zur „Anpassung des Sortenspektrums und der Anbaustrategien wichtiger Industrie- und Frischmarktgemüsearten an den Klimawandel im Freistaat Sachsen“ läuft Ende 2026 aus. Zur Aussaat 2026 beteiligen sich an dem Projekt 17 Gemüsezüchtungsunternehmen mit 325 Sorten. Untersucht werden Sorten von Erbsen, Buschbohnen, Möhren, Spinat und Zwiebeln. Der BDP setzt sich dafür ein, dass das Projekt um weitere Jahre verlängert wird.
Steigender Befallsdruck durch die Schilf-Glasflügelzikade
Die enorme Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als Vektor von bakteriellen Krankheitserregern in den letzten zwei Jahren in Deutschland führt zu einer zentralen Bedrohung einiger Gemüsekulturen wie Rote Bete, Möhre, Pastinake, Wurzelpetersilie und Spargel. Die damit in Verbindung stehenden Pflanzenkrankheiten SBR (Syndrome Basses Richesses) und Stolbur haben zum Teil erhebliche Auswirkungen auf Ertrag und Qualität. Die Bandbreite der Schadsymptome reicht dabei von Verfärbung und Welke des Laubs über die Ausbildung gummiartiger Rüben bis hin zum Totalausfall. Die zukunftsgerichtete Züchtung von resistenten Gemüsesorten kann dazu beitragen, die Pflanzenkrankheiten SBR und Stolbur einzudämmen; auch hierfür braucht es einen innovationsfreundlichen Rechtsrahmen für neue Züchtungsmethoden.
Die sich kontinuierlich verändernden Rahmenbedingungen in der Gemüseproduktion, insbesondere bedingt durch den Klimawandel, stellen für Gemüse züchtende Unternehmen fortlaufend neue Aufgabenfelder dar. Die Entwicklung von leistungsfähigen, gesunden, widerstandsfähigen sowie optimal an den jeweiligen Standort angepassten Sorten ist essenziell für eine wirtschaftlich erfolgreiche Gemüseproduktion. Moderne Züchtungstechnologien können hierbei einen wertvollen Beitrag leisten.“
Christof Flörchinger, Vorsitzender der BDP-Abteilung Gemüse
Saatgutbeizung
Durch den Wegfall chemischer Wirkstoffe auf EU-Ebene, den Verlust chemischer Beizmittel national und fehlende Alternativen erhält die Züchtung toleranter und resistenter Gemüsesorten eine immer größere Bedeutung. In den letzten Jahren wurde die Züchtung von gegen diverse Krankheiten toleranten und resistenten Sorten intensiviert; bei einzelnen Gemüsearten wurden beispielsweise schon erste insektenresistente Sorten zugelassen. Mittelfristig muss die Gemüsezüchtung ihr Potenzial ausschöpfen und weitere Lücken schließen. Kurzfristig werden die Lücken bei den chemischen Beizmitteln oftmals durch Notfallzulassungen nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 geschlossen, deren Antragstellung jedoch enorme Kapazitäten bindet.
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