Getreidearten bleiben weiterhin die wichtigsten Ackerkulturen. Zur Ernte 2025 wurde der Anbauumfang leicht ausgedehnt, was nach überwiegend positiver Witterung zu hohen Erträgen und einer guten Versorgungslage führte. Die Sorteneigenschaften gewinnen weiter an Bedeutung, allerdings muss der Züchtungserfolg auch zukünftig fair refinanziert werden.

Gestiegener Anbauumfang, leicht rückläufiger Saatgutwechsel 2025

Nachdem es im Herbst 2023 aufgrund schlechter Witterungsbedingungen zu Schwierigkeiten bei der Aussaat von Winterungen gekommen war, lagen die Flächen zur Aussaat im Herbst 2025 mit 5,51 Mio. ha etwa wieder auf dem Niveau des sechsjährigen Mittels (2019–2024: 5,62 Mio. ha). Winterweizen stellte dabei mit 2,86 Mio. ha erneut die Ackerkultur mit dem größten Anbauumfang dar (+15 % im Vergleich zum Vorjahr). Wintergerste wurde auf 1,21 Mio. ha angebaut (-7 % im Vergleich zum Vorjahr). Der Anbau von Triticale konnte um 8 % auf 288.000 ha ausgeweitet werden, was jedoch weiterhin unter dem sechsjährigen Mittel von 312.000 ha liegt.

Der Anbau von Sommergerste ging weiter zurück und lag mit nur noch 314.000 ha etwa 13 % unter der Anbaufläche des Vorjahres. Die Haferanbaufläche stieg um fast 20 % auf 187.000 ha. Nach dem witterungsbedingten Anstieg im Vorjahr war die Anbaufläche für Sommerweizen mit 47.000 ha in 2025 fast halbiert.

Der Saatgutumsatz für die Getreidearten konnte dem Flächenanstieg nicht in gleichem Maß folgen, sodass der Saatgutwechsel über alle Arten mit 58 % im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig war (2024: 61 %). Bei Winterweizen fiel der Saatgutwechsel trotz leichtem Umsatzplus von 54 % auf 49 %. Bei der Wintergerste stieg er minimal von 65 % auf 66 %. Den prozentual höchsten Anstieg verzeichnete der Sommerweizen von 44 % im Vorjahr auf nun 83 %, was jedoch an der stark verringerten Fläche lag.

Witterungsverlauf positiv, aber feuchte Ernte reduzierte 2025 die Qualität 

Die Aussaatbedingungen im Herbst 2024 waren überwiegend gut, der Winter in den meisten Regionen eher mild und niederschlagsarm. Es folgte ein relativ trockenes Frühjahr, das auf leichteren Standorten zu Trockenstress führen konnte, aber auch einen geringen Krankheitsdruck zur Folge hatte. Die Aussaat der Sommerungen war gut möglich, die Trockenheit führte jedoch teilweise zu einem verzögerten Auflaufen. Die Wasserversorgung verbesserte sich für viele Bestände durch Niederschläge Anfang Juni. Durch die nachfolgende Hitzewelle war insbesondere bei der Wintergerste eine beschleunigte Abreife zu beobachten. Mitte Juli 2025 kam es aufgrund vermehrter Niederschläge in den meisten Regionen zu längeren Ernteunterbrechungen, reduzierten Qualitäten und Auswuchs bei bereits erntereifen Beständen. Die Erntemengen zeigten sich hingegen positiv. Im Durchschnitt aller Getreidearten (ohne Körnermais) wurden 73 dt pro Hektar gedroschen. Das sind 12,7 % mehr als im Vorjahr und 7,3 % mehr als im Mittel der Jahre 2019 bis 2024.

Verbesserte Sorten stellen die Grundlage erfolgreichen Ackerbaus dar – heute mehr denn je. Der ungehinderte Zugang zur genetischen Vielfalt mit dem Sortenschutz als zentralem Schutzrecht ist unabdingbar.“


Alexis von Rhade, Vorsitzender der BDP-Abteilung Getreide

Sorten bleiben wichtigste Grundlage im Ackerbau

Auch dieses Anbaujahr zeigte erneut die große Bedeutung angepasster Sorten, die in der Lage sind, mit unterschiedlichen Klima- und Wetterbedingungen zurechtzukommen. Die Beschränkungen bei Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz machen hierbei die Leistung der Züchtung in der Sorte als Grundlage des Ackerbaus noch wichtiger. Daher ist es auch bei den aktuellen Überlegungen zur Revision dieses Schutzrechts in der EU wichtig, dieses im Prinzip zu erhalten und zu stärken. Züchtung benötigt Zugriff auf genetisches Material, um Zuchtfortschritt bereitzustellen und zudem wirksame Möglichkeiten, die eigenen Rechte durchzusetzen. Dies gilt insbesondere in kleineren und nachbaufähigen Kulturarten, bei denen auch zum Erhalt der Vielfalt in der Fruchtfolge eine ausreichende Refinanzierung unabdingbar ist.

// Entwicklung der Getreide-Anbauflächen 2023–2025 

Getreidearten

2023

2024

2025

Vergleich 2024/2025 (ha)

Vergleich 2024/2025
(%)

Winterweizen*
2.826.000
2.482.000
2.859.400
+377.400
+15,2 %
Wintergerste
1.290.600
1.299.200
1.210.300
​-88.900
-6,8 %
Roggen W + S
625.400
535.600
540.800
​+5.200
+1,0 %
Triticale W + S
311.500
265.700
288.000
​+22.300
+8,4 %
Hartweizen W + S
41.400
48.500
52.500
​+4.000
+8,2 %
Sommergerste
321.600
360.800
314.200
​-46.600
-12,9 %
Sommerweizen
30.400
84.700
47.100
​-37.600
-44,4 %
Hafer W+S
139.500
156.200
187.100
+30.900
+19,8 %
Wintergetr. ges.
5.094.900
4.631.000
4.951.000
​+320.000
+6,9 %
Sommergetr. ges.
491.500
601.700
548.400
​-53.300
-8,9 %
Anbau ges.
5.586.400
5.232.700
5.507.000
+274.300
+5,2 %
* inkl. Dinkel und Einkorn; Quelle: Destatis

// Einsatz von Z-Saatgut

Getreidearten

Konsumanbaufläche (ha) voraus.
Ernte 2025

Veränderung
Anbauflächen
zum Vorjahr

Aussaatmenge
dt/ha
2024/25**

pot. Bedarf an Saatgut dt

ZS-Absatz
2024/2025 dt*

ZS-Wechsel inkl. Hybr.
2024/25

ZS-Wechsel Vorjahr
Winterweizen*

2.911.900

+15,1 % 

1,67

4.863.314

2.363.243

49 %

54 %

Wintergerste

1.210.300

-6,8 %

1,53

1.847.517

1.212.800

66 %

65 %

Roggen W + S

540.800

+1,0 %

0,68

367.445

366.379

100 %

99 %

Triticale W + S

288.000

+8,4 %

1,59

458.616

355.899

78 %

85 %

Sommergerste

314.200

-12,9 %

1,75

549.379

349.275

64 %

59 %

Sommerweizen

47.100

-44,4 %

1,86

87.451

72.739

83 %

44 %

Hafer W+S

187.100

+19,8 %

1,45

270.547

162.771

60 %

51 %

Wintergetr. ges.

4.951.000

+6,9 %

1,52

7.536.892

4.298.321

57 %

62 %

Sommergetr. ges.

548.400

-8,9 %

1,65

907.376

584.785

64 %

55 %

Getreide ges.

5.499.400

+5,1 %

1,54

8.444.268

4.883.106

58 %

61 %

ZS-Wechsel Roggen ohne Grünschnittroggen, Anbaufläche Getreide zur Ganzpflanzenernte (2025: 85.400 ha) nicht eingerechnet. * inkl. Dinkel, Einkorn und Hartweizen   ** gewichtet


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