Winterraps wird in Deutschland seit Jahren stabil auf mehr als einer Million Hektar angebaut. Die übrigen Ölsaaten Sonnenblume, Öllein und Sommerraps präsentieren sich 2026 leicht verbessert, jedoch immer noch auf niedrigem Niveau. 

Auch die Anbauflächen der heimischen Körnerleguminosen Futtererbse, Ackerbohne, Sojabohne und der Lupinearten wurden zur Ernte 2025 ausgedehnt. Insgesamt konnten die Hülsenfrüchte die in sie gesetzten Erwartungen aber nicht erfüllen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die 10+10-Strategie der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), die jeweils 10 Prozent der deutschen Ackerfläche für Ölsaaten und Körnerleguminosen einfordert. 

Agrar- und Umweltpolitik der Europäischen Union 

Ein wichtiges Ziel der gemeinsamen Agrarpolitik muss es sein, die Eiweißlücke zu verkleinern, die durch die umfangreichen Sojaimporte insbesondere aus Südamerika beim Selbstversorgungsgrad entsteht. Eine signifikante Ausdehnung des Eiweißpflanzenanbaus im Sinne der 10+10-Strategie würde die Leistungsfähigkeit und die Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft erhöhen. Gleichzeitig muss der Beitrag von Pflanzenöl zum Erstarken der erneuerbaren Energien gesichert und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Die Einstufung von Sojabohne als „High iLUC“-Rohstoff durch die EU-Kommission wird abgelehnt. Soja aus heimischem Anbau kann als nachwachsender Rohstoff die Lieferketten innerhalb der EU im Bereich erneuerbare Energien nachhaltig stärken und zur Verringerung von Treibhausgasemissionen beitragen.

Für die politische Arbeit ist die Unterstützung der UFOP, die die Interessen der Züchter, Erzeuger und Verarbeiter von Öl- und Eiweißpflanzen bündelt, von großer Bedeutung. Die UFOP ist politisch gut angebunden und effizient aufgestellt. 

// Anbauflächen von Öl- und Eiweißpflanzen (Körnernutzung) zur Ernte 2016 bis 2026 in Deutschland in Hektar 


20162017201820192020202120222023202420252026
Winterraps

1.331.300

1.304.900

1.224.400

852.800

954.200

​1.000.100

 1.082.800

 1.165.900

 1.106.100

 1.100.000

 1.150.000

Sommerraps

2.900

4.000

3.900

4.000

2.500

 3.800

 6.700

 3.600

 2.600

 2.900

 

Sonnenblume

17.100

18.000

19.500

22.500

 28.100

 38.200

 85.300

 68.400

 51.400

 61.900

 

Öllein

4.100

4.600

3.800

3.400

 3.700

 5.100

 5.100

 4.000

 3.500

 3.800

 

Ackerbohne

40.500

46.400

55.300

49.200

 59.500

 57.700

 71.200

 60.000

 62.000

 66.500

 

​Futtererbse

86.500

85.500

70.700

74.600

 82.600

 98.000

 106.600

 117.200

 129.400

 138.400

 

​Lupinenarten

28.900

29.000

23.400

21.000

 21.900

 28.900

 31.700

 25.500

 26.100

 28.000

 

Sojabohne

15.200

19.100

24.100

28.900

 32.900

 34.300

 51.400

 44.800

 40.500

 43.300

 

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2026 UFOP Schätzung

Die Züchtung von Öl- und Eiweißpflanzen kann einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft leisten. Die Politik ist gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.“ 


Dietmar Brauer, stellvertretender BDP-Vorsitzender und Vorsitzender der BDP-Abteilung Öl- und Eiweißpflanzen

Ackerbohne

Abteilungsarbeit Öl- und Eiweißpflanzen 

Ein großer Teil der Abteilungsarbeit wird in fachspezifischen Arbeitsgruppen geleistet. Die dienstälteste Arbeitsgruppe Winterraps zur Körnernutzung führt einen konstruktiven Dialog mit dem Bundessortenamt (BSA) zur Weiterentwicklung der Wertprüfung für Winterraps. Die Fachabteilung Ölsaaten im BSA zeigt sich aufgeschlossen für die Züchterpositionen zu aktuellen Themen wie Sklerotinia-Bonitur, Schotenplatzfestigkeit oder Scheitelung von Rapsversuchen. 

Die neu gegründete Arbeitsgruppe Sojabohne soll die Wertprüfung für die Fruchtart zukunftsfähig gestalten. Nachdem zunächst kleinere Verbesserungen vorangetrieben wurden, sollen 2026 auch grundlegendere Fragen behandelt werden. 

In Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi) und der UFOP wurden nach einem Papier für Ölsaaten nun auch „Ideen für Forschungsansätze in Züchtungsanbau und Verwendung von Leguminosen“ entwickelt. Eine systematische Forschungsförderung soll die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Pfanzenzüchtung und Landwirtschaft verbessern.

Nächste Seite

Reben

Lesen