Auch die Anbauflächen der heimischen Körnerleguminosen Futtererbse, Ackerbohne, Sojabohne und der Lupinearten wurden zur Ernte 2025 ausgedehnt. Insgesamt konnten die Hülsenfrüchte die in sie gesetzten Erwartungen aber nicht erfüllen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die 10+10-Strategie der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), die jeweils 10 Prozent der deutschen Ackerfläche für Ölsaaten und Körnerleguminosen einfordert.
Agrar- und Umweltpolitik der Europäischen Union
Ein wichtiges Ziel der gemeinsamen Agrarpolitik muss es sein, die Eiweißlücke zu verkleinern, die durch die umfangreichen Sojaimporte insbesondere aus Südamerika beim Selbstversorgungsgrad entsteht. Eine signifikante Ausdehnung des Eiweißpflanzenanbaus im Sinne der 10+10-Strategie würde die Leistungsfähigkeit und die Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft erhöhen. Gleichzeitig muss der Beitrag von Pflanzenöl zum Erstarken der erneuerbaren Energien gesichert und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Die Einstufung von Sojabohne als „High iLUC“-Rohstoff durch die EU-Kommission wird abgelehnt. Soja aus heimischem Anbau kann als nachwachsender Rohstoff die Lieferketten innerhalb der EU im Bereich erneuerbare Energien nachhaltig stärken und zur Verringerung von Treibhausgasemissionen beitragen.
Für die politische Arbeit ist die Unterstützung der UFOP, die die Interessen der Züchter, Erzeuger und Verarbeiter von Öl- und Eiweißpflanzen bündelt, von großer Bedeutung. Die UFOP ist politisch gut angebunden und effizient aufgestellt.
| | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Winterraps | 1.331.300 | 1.304.900 | 1.224.400 | 852.800 | 954.200 | 1.000.100 | 1.082.800 | 1.165.900 | 1.106.100 | 1.100.000 | 1.150.000 |
| Sommerraps | 2.900 | 4.000 | 3.900 | 4.000 | 2.500 | 3.800 | 6.700 | 3.600 | 2.600 | 2.900 |
|
| Sonnenblume | 17.100 | 18.000 | 19.500 | 22.500 | 28.100 | 38.200 | 85.300 | 68.400 | 51.400 | 61.900 |
|
| Öllein | 4.100 | 4.600 | 3.800 | 3.400 | 3.700 | 5.100 | 5.100 | 4.000 | 3.500 | 3.800 |
|
| Ackerbohne | 40.500 | 46.400 | 55.300 | 49.200 | 59.500 | 57.700 | 71.200 | 60.000 | 62.000 | 66.500 |
|
| Futtererbse | 86.500 | 85.500 | 70.700 | 74.600 | 82.600 | 98.000 | 106.600 | 117.200 | 129.400 | 138.400 |
|
| Lupinenarten | 28.900 | 29.000 | 23.400 | 21.000 | 21.900 | 28.900 | 31.700 | 25.500 | 26.100 | 28.000 |
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| Sojabohne | 15.200 | 19.100 | 24.100 | 28.900 | 32.900 | 34.300 | 51.400 | 44.800 | 40.500 | 43.300 |
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| Quelle: Statistisches Bundesamt, 2026 UFOP Schätzung | |||||||||||

Die Züchtung von Öl- und Eiweißpflanzen kann einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft leisten. Die Politik ist gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Dietmar Brauer, stellvertretender BDP-Vorsitzender und Vorsitzender der BDP-Abteilung Öl- und Eiweißpflanzen
Ackerbohne
Abteilungsarbeit Öl- und Eiweißpflanzen
Ein großer Teil der Abteilungsarbeit wird in fachspezifischen Arbeitsgruppen geleistet. Die dienstälteste Arbeitsgruppe Winterraps zur Körnernutzung führt einen konstruktiven Dialog mit dem Bundessortenamt (BSA) zur Weiterentwicklung der Wertprüfung für Winterraps. Die Fachabteilung Ölsaaten im BSA zeigt sich aufgeschlossen für die Züchterpositionen zu aktuellen Themen wie Sklerotinia-Bonitur, Schotenplatzfestigkeit oder Scheitelung von Rapsversuchen.
Die neu gegründete Arbeitsgruppe Sojabohne soll die Wertprüfung für die Fruchtart zukunftsfähig gestalten. Nachdem zunächst kleinere Verbesserungen vorangetrieben wurden, sollen 2026 auch grundlegendere Fragen behandelt werden.
In Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi) und der UFOP wurden nach einem Papier für Ölsaaten nun auch „Ideen für Forschungsansätze in Züchtungsanbau und Verwendung von Leguminosen“ entwickelt. Eine systematische Forschungsförderung soll die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Pfanzenzüchtung und Landwirtschaft verbessern.
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