Der ungehinderte Zugang zu genetischen Ressourcen und Digitalen Sequenzinformationen (DSI) ist essenziell für die Pflanzenzüchtung. Aus diesem Grund setzt sich der BDP seit Jahren dafür ein, den ITPGRFA als zentrales internationales Regelwerk für die Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen zu stärken, um einerseits den Zugang zu erleichtern und andererseits die Rechte der Herkunftsländer zu wahren.
Bereits seit zwölf Jahren drehen sich die Verhandlungen beim ITPGRFA darum, wie das multilaterale System für den Zugang zu den über den Vertrag bereitgestellten genetischen Ressourcen verbessert und verlässliche Zahlungen in den Ausgleichsfonds realisiert werden können. Kernziele des Überarbeitungsprozesses sind praktikablere Zahlungsmodalitäten, die Ausweitung des Geltungsbereichs des ITPGRFA (den sog. Annex 1) auf sämtliche für Ernährung und Landwirtschaft genutzte Kulturpflanzenarten sowie die Einbeziehung von DSI. Die eigens hierfür eingerichtete Arbeitsgruppe hatte im Sommer 2025 einen Vorschlag vorgelegt, der aus Sicht der Saatgutwirtschaft einen praktikablen Kompromiss darstellte.
Vom 24. bis 29. November 2025 kam schließlich der Verwaltungsrat des ITPGRFA zu seiner 11. Sitzung in Lima, Peru, zusammen, um über diesen Vorschlag abzustimmen. Allerdings konnte weder über die Ausweitung des Geltungsbereichs auf alle der Ernährung dienenden Kulturpflanzenarten noch über die Einbeziehung von DSI eine Einigung erzielt werden. Damit gelten die Verhandlungen als gescheitert. Das derzeitige Standard Material Transfer Agreement (SMTA) bleibt damit weiterhin der gültige Rahmen für den Zugang zu genetischen Ressourcen unter dem ITPGRFA.
Der ungehinderte Zugang zu genetischen Ressourcen und Digitalen Sequenzinformationen (DSI) ist essenziell für die Pflanzenzüchtung. Aus diesem Grund setzt sich der BDP seit Jahren dafür ein, den ITPGRFA als zentrales internationales Regelwerk für die Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen zu stärken.
Bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz der CBD im Oktober 2026 soll der Cali-Fonds für die Nutzung von DSI weiter konkretisiert werden. Für diesen sind bislang freiwillige Zahlungen in Höhe von 1 % vom Profit bzw. 0,1 % vom Umsatz für Unternehmen in Wirtschaftsbranchen, die von der DSI-Nutzung profitieren, vorgesehen. Die Pflanzenzüchtung steht hier genauso im Fokus wie die Chemie- und die Pharmabranche. Da die Vertragsstaaten eine sehr hohe, allerdings bislang nicht bezifferte Erwartungshaltung in Bezug auf die jährlichen Gesamteinnahmen des Fonds haben, ist zu befürchten, dass eine Zahlungspflicht beschlossen wird, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.
Der BDP begleitet die weiteren Prozesse auf internationaler Ebene intensiv und bringt sich in diese ein.
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