​​​​​2025 ist in Deutschland so wenig Wein geerntet worden wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dabei fielen die Erntemengen in den einzelnen Anbauregionen deutlich unterschiedlich aus. Vor allem in den vier größten deutschen Weinbaugebieten führten kleine Beeren und eine intensive Traubenselektion nach den starken Niederschlägen im September zu einem deutlichen Rückgang.

Im Weinbau ist kein Jahr wie das vorherige, und auch 2025 hielt einige Herausforderungen für Winzerinnen und Winzer parat. Während 2024 von ausgeprägten Spätfrösten geprägt war, kamen die Reben im Frühjahr 2025 rasch ins Wachstum. Ein warmer Sommer mit sonnigen Phasen trieb die Entwicklung weiter zügig voran. Insgesamt geschah im Lauf der Vegetationsperiode vieles früher als gewohnt, und etliche Arbeitsschritte mussten entsprechend schneller durchgeführt werden. Nach sommerlichen Hitzephasen, punktuell nassen Juliwochen sowie anschließend langen Trockenperioden und starken Niederschlägen im September verlangte die Lese höchste Präzision, gutes Timing und viele Handgriffe im Weinberg. In vielen Betrieben begann die Lese bereits im August und damit so früh wie noch nie. Frostige Nächte im November ermöglichten zudem vielerorts eine außergewöhnlich zeitige Eisweinlese. 

Nach dem Auftreten der Amerikanischen Rebzikade im Vorjahr zeigte sich in diesem Jahr auch erstmals die von ihr übertragene Krankheit „Flavescence dorée“. Noch hat die Züchtung kein Rezept gegen diese Phytoplasmenkrankheit; die Forschung muss daher zeitnah intensiviert werden.“


Dr. Oliver Trapp, Vorsitzender der BDP-Abteilung Reben

Mit einer voraussichtlichen Weinmostmenge von 7,3 Mio. hl liegt der Jahrgang 2025 gut 15 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Vor allem in den großen Gebieten Baden, Pfalz (-17 % gegenüber 2024), Rheinhessen (-26 % gegenüber 2024) und Württemberg (-22 % gegenüber dem langjährigen Mittel) brachte der Jahrgang 2025 deutlich weniger Ertrag. Dafür blieben verheerende Wetterereignisse wie Spätfröste und sintflutartige Regenfälle weitestgehend aus, auch Pilzdruck und Schädlingsbefall hielten sich in Grenzen. Die Trauben reiften hocharomatisch aus, und dank der zumeist kühlen Nachttemperaturen konnte sich auch eine gute Säurestruktur ausbilden. Mit der Qualität sind die Winzerinnen und Winzer daher in allen Anbaugebieten durchaus zufrieden. Sie erwarten Weine mit einem frischen Fruchtsäureverhältnis und ausgewogenen Aromen.

Flavescence dorée

Auch wenn das Weinjahr 2025 deutlich ruhiger verlief als die Vorjahre, bleibt die Züchtung widerstandsfähiger Rebsorten essenziell für den Weinbau. Mit der Verschiebung von Klimazonen geht auch die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern wie der Rebkrankheit „Flavescence dorée“ einher. Züchterinnen und Züchter arbeiten daher weiterhin daran, zukunftsfähige Rebsorten für den Weinbau zu entwickeln. 

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