​​Saatgutbeizung als Maßnahme des integrierten Pflanzenschutzes erhalten

Durch die Behandlung des Saatguts mit Pflanzenschutzmitteln werden das Korn und der sich entwickelnde Keimling bei minimalem Wirkstoffaufwand pro Fläche optimal gegen bodenbürtige Krankheiten und Schädlinge geschützt. 

Insofern erfüllt die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels zur Saatgutbehandlung den Anspruch des integrierten Pflanzenschutzes an das notwendige Maß gemäß dem Prinzip „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Weiterhin stellt die Behandlung in zertifizierten Beizanlagen sicher, dass wirkstoffhaltiger Staubabrieb von gebeiztem Saatgut auf ein absolutes und unschädliches Minimum reduziert ist. Der bereits bekannte Rückgang von hocheffektiven Wirkstoffen für die Saatgutbehandlung hat sich auch im Jahr 2025 fortgesetzt. Der BDP unterstützt die Anwendung von Beizmitteln auf Basis wissenschaftlicher Kriterien und begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, Zulassungsprozesse für diese Mittel anhand bestehender gesetzlicher Vorgaben durchzuführen und zu straffen.

Initiativen zur Vereinfachung der Prozesse für Pflanzenschutzmittel, wie sie zum Beispiel durch das Vereinfachungspaket Omnibus X der EU-Kommission diskutiert werden, müssen auch die besonderen Belange der Pflanzenzüchtung und des gebeizten Saatguts berücksichtigen. In Deutschland behandeltes Saatgut muss auch unter einer überarbeiteten europäischen Pflanzenschutzverordnung weiterhin EU-weit vertrieben, transportiert und ausgesät werden können. Die vorgesehene Klarstellung, dass die Aussaat von behandeltem Saatgut eine Anwendung des anhaftenden Pflanzenschutzmittels ist, stellt keine Vereinfachung für die Züchtungsunternehmen dar und muss mindestens dahingehend ergänzt werden, dass behandeltes Saatgut nicht mit einem Pflanzenschutzmittel gleichgesetzt werden darf.

Der BDP unterstützt die Anwendung von Beizmitteln auf Basis wissenschaftlicher Kriterien und begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, Zulassungsprozesse für diese Mittel anhand bestehender gesetzlicher Vorgaben durchzuführen und zu straffen.

BDP-WebGIS – hilfreiche Plattform für Unternehmen und Verband

Der BDP betreibt seit Sommer 2025 eine gestützte WebGIS-Anwendung, in der alle Mitgliedsunternehmen ihre Zuchtgarten- und unternehmenseigenen Vermehrungsflächen hinterlegen können. Das System ermöglicht jedem Unternehmen, separat die Überschneidung der eigenen Flächen mit Schutzgebieten zu ermitteln. Lediglich für den BDP ist eine aggregierte, deutschlandweite Auswertung der Überschneidung möglich. Bei zukünftigen Beschränkungen landwirtschaftlicher Maßnahmen in Schutzgebieten ist es so umgehend und verlässlich möglich, die Betroffenheit der Pflanzenzüchtung abzuschätzen – ein wichtiger Baustein im Austausch mit Politik und Verwaltung. 

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