Im Jahr 2025 ist der Markt für Blumen und Zierpflanzen nach aktuellen Schätzungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) angesichts anhaltender Kaufzurückhaltung leicht geschrumpft. Das Markthandelsvolumen sank auf Basis der ersten drei Quartale 2025 demnach auf rund 8,5 Mrd. Euro und lag damit um etwa 2 % unter dem Vorjahreswert von rund 8,8 Mrd. Euro. Die Pro-Kopf-Ausgaben der Verbraucherinnen und Verbraucher gingen gegenüber 2024 um mehr als zwei Euro auf rund 102 Euro zurück. Diese Entwicklung lässt darauf schließen, dass wirtschaftliche Unsicherheiten das Konsumverhalten im Blumen- und Zierpflanzensektor spürbar beeinflussen. 

Noch immer machen Zierpflanzen den Großteil aller durch das Gemeinschaftliche Sortenamt (Community Plant Variety Office, CPVO) geschützten Sorten aus. 2025 waren 13.290 Sorten, also rund 42 Prozent der insgesamt 31.798 geschützten Sorten, Zierpflanzen. Auch bei den Neuerteilungen führen Zierpflanzen die Statistik an: Insgesamt wurde für 1.003 neue Zierpflanzensorten Sortenschutz erteilt, von denen 128 aus Deutschland stammen. Diese Zahlen unterstreichen die anhaltende Führungsrolle des Zierpflanzenbereichs in der EU-Sortenvielfalt.

Schwächung der öffentlichen Forschung schwächt die gesamte Branche

Ein wichtiger Baustein für diese Innovationskraft ist die Forschung. Ein intelligentes Zusammenspiel von öffentlicher und privater Forschung fördert die Anpassung von Sorten an die Bedürfnisse von Verbraucherinnen und Verbrauchern, wie z. B. die Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes, sowie des Handels. Die Ankündigung von Bund und dem Land Thüringen, die Förderung der Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturarten (FGK) an der Fachhochschule Erfurt nach 2028 einzustellen, betrachten die Mitglieder der BDP-Abteilung mit großer Sorge. Die 2019 aus dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau hervorgegangene Einrichtung hat sich durch wegweisende Projekte – etwa zur biologischen Bekämpfung von Botrytis cinerea oder zur torffreien Substratoptimierung mit Mikroorganismen – als unverzichtbare Säule der Zierpflanzenforschung etabliert. Zusammen mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat der BDP Alternativkonzepte zur Fortführung diskutiert und sich am 05.12.2025 mit einem Positionspapier an die zuständigen politischen Akteure gewandt.

Der Befall mit Botrytis cinerea (Knospe, Blatt und Blüte) ist im Zierpflanzenbereich ein großes Problem.

Es macht mich fassungslos, wie kurzsichtig zukunftsweisende Forschung im Zierpflanzenbau aufgegeben wird. Angesichts der Herausforderungen zur notwendigen Reduktion von CO2-Emissionen und Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitiger Produktionssteigerung und Erhöhung der Biodiversität braucht es eine Verstetigung öffentlicher Forschung in allen Bereichen und gerade nicht den Abbau vorhandener Strukturen.“


Frauke Engel, Vorsitzende der BDP-Abteilung Zierpflanzen


Die seit Jahren zu beobachtende Schwächung der wissenschaftlichen Kompetenz für die Bereiche Zierpflanzen und Gartenbau an Hochschulen und universitären Einrichtungen durch Abbau, Neuzuschnitte bzw. Nachbesetzung mit anderen Schwerpunkten steht im Widerspruch zu dem im Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAGK) formulierten Ziel, „eine leistungsfähige, auf künftige Anforderungen ausgerichtete Land- und Forstwirtschaft zu gewährleisten und ihre Wettbewerbsfähigkeit im gemeinsamen Markt der Europäischen Union zu ermöglichen“.

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