Seit über 100 Jahren betreibt die SAATZUCHT STEINACH Pflanzenzüchtung. Damit zählt das familiengeführte Unternehmen zu den traditionsreichsten Häusern der Futterpflanzenzüchtung.
Historische Grünlandarbeit in Steinach und Firmengründer Dr. Karl August von Schmieder. 1920 begann hier die systematische Futterpflanzenzüchtung. (Quelle: SZS)
Die Wurzeln reichen bis in die frühe Grünlandbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts zurück: 1919 trafen sich erstmalig führende Grünlandexperten im Schloss Steinach. 1920 begann die systematische Futterpflanzenzüchtung und die SAATZUCHT STEINACH wurde gegründet.
Aus ersten Auslesen bei Wiesenschwingel, Goldhafer und Rohrglanzgras entwickelte sich über Jahrzehnte ein mittelständisches Züchtungsunternehmen mit den Kernkompetenzen Pflanzenzüchtung, Saatgutproduktion und landwirtschaftliche Praxis. Das züchterisch bearbeitete Artenspektrum wurde kontinuierlich erweitert – von Futter- und Rasengräsern über Leguminosen bis hin zu Zwischenfrüchten.
Die Mitgliederversammlung des BDP tagt vom 29. bis 30. April 2026 in Straubing.
Für BDP-Mitglieder und geladene Gäste finden die Feldbesichtigung und der Gesellschaftsabend auf freundliche Einladung der SAATZUCHT STEINACH GmbH & Co KG statt.
Zuchtgarten am Standort Steinach. Im Hintergrund der Bayerische Wald. (Quelle: Tobias Hase)
Spezialisiert auf Gräser und Leguminosen
Heute bearbeitet die SAATZUCHT STEINACH 27 Arten an den zwei Zuchtstandorten Steinach (Bayern) und Bocksee (Mecklenburg-Vorpommern). Schwerpunkte sind Rasengräser, Futtergräser, Rot- und Weißklee, Luzerne, Zwischenfrüchte, Grünschnittroggen sowie Blaue Lupinen.
Auf rund 80 Hektar Zuchtgartenfläche entstehen jährlich etwa 50.000 Parzellen sowie zahlreiche Einzelpflanzenanlagen und Vorvermehrungen. Moderne Gewächshäuser, Klimakammern und Labore ergänzen die klassische Feldzüchtung durch molekulare und analytische Verfahren.
In Forschung und Entwicklung arbeitet die SAATZUCHT STEINACH eng mit Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Partnerunternehmen im In- und Ausland zusammen. In der Züchtungsforschung ist das Unternehmen in der GFPi organisiert.
Saatgutvermehrung im In- und Ausland
Mit der Gründung der Tochtergesellschaft „Mundus Seminum“ in Litauen im Jahr 2015 wurde die internationale Tätigkeit weiter ausgebaut. Der Standort verfügt über eigene Vermehrungs-, Aufbereitungs- und Lagerkapazitäten, die zuletzt deutlich erweitert wurden.
Ein Teil der Vermehrung erfolgt in den eigenen landwirtschaftlichen Betrieben an den Standorten Steinach, Bocksee und Ballin. Darüber hinaus arbeitet die SAATZUCHT STEINACH mit Vermehrungspartnern im In- und Ausland zusammen. Sorten des Unternehmens werden in zahlreichen europäischen Märkten sowie unter anderem in den USA, Japan und Neuseeland vermehrt und vermarktet.
Züchtung unter veränderten Rahmenbedingungen
Klimawandel, veränderte Fruchtfolgen sowie eingeschränkte Düngungs- und Pflanzenschutzmöglichkeiten stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Die SAATZUCHT STEINACH begegnet diesen Entwicklungen mit der gezielten Züchtung ertragsstabiler, krankheitsresistenter und standortangepasster Sorten.
Erfolge in der Resistenzzüchtung bei Lupinen und Rotklee sowie kontinuierliche Fortschritte bei Mehrfachresistenzen unterstreichen die zukunftsfähige Ausrichtung der Zuchtprogramme.
Pflanzenzüchtung ist eine Generationsaufgabe. Wir treffen unsere Entscheidungen mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte und entwickeln Sorten, die sich unter wechselnden Bedingungen in der Praxis bewähren.
Julian Broscheit Geschäftsführer
Hauptstandort Steinach. Hier lädt die SAATZUCHT STEINACH im Rahmen der BDP-Mitgliederversammlung in Straubing zum Gesellschaftsabend ein. (Quelle: SZS)
Verantwortung über Generationen
Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Züchtung, Saatgutproduktion, Landwirtschaft und Verwaltung tätig. Eigene Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildung sichern die fachliche Entwicklung des Unternehmens.
2020 feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen mit rund 100 zugelassenen Sorten.
„Pflanzenzüchtung ist eine Generationsaufgabe“, sagt Geschäftsführer Julian Broscheit. „Wir treffen unsere Entscheidungen mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte und entwickeln Sorten, die sich unter wechselnden Bedingungen in der Praxis bewähren.“
Mit dieser Ausrichtung setzt die SAATZUCHT STEINACH ihre über 100-jährige Züchtungstradition fort.
Lassen Sie uns Feedback da.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu den aktuellen BDP-NACHRICHTEN. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung zu Inhalten, Gestaltung und Aufbereitung mit – sowie Ihre Anregungen für kommende Ausgaben.