Container for the scroll indicator
(Will be hidden in the published article)
Hightech Agenda Deutschland: Pflanzenzüchtung als unverzichtbaren Bestandteil einer modernen Innovationsstrategie mitdenken
Deutschland investiert in Zukunftstechnologien. Die am 20. Oktober 2025 gestartete Hightech Agenda bündelt diese Ambition – aber sie ist nur vollständig, wenn sie die Pflanzenzüchtung und ihre Forschung als eigenständige, wissensintensive Hightech-Disziplin anerkennt.
Kein anderer Bereich verbindet Biologie, Informatik, Klimaexpertise, Zukunftsszenarien und Praxis so unmittelbar. Was fehlt, ist die konsequente Verankerung der Pflanzenzüchtung in der nationalen Innovationsstrategie.
Was ist die Hightech Agenda Deutschland?
Ein Hightech-Feld mit eigener Forschungslogik
Die Pflanzenzüchtung arbeitet an der Schnittstelle von Genomik, Phänotypisierung, Datenanalyse, Biotechnologie und landwirtschaftlicher Praxis. Verbesserte Sorten entstehen in einem Umfeld, in dem Datenverfügbarkeit, Modellierung und Forschung eng miteinander verzahnt sind.
Programme wie PhytoProtect, das explizit Teil der Hightech Agenda ist, zeigen, dass die Bundesregierung dieses Potenzial grundsätzlich erkennt. Die Förderung stärkt zentrale Bereiche der Insekten- und Resistenzforschung – ein wichtiger Baustein moderner Pflanzengesundheit.
Aber: PhytoProtect kann nur der Anfang sein und kein Ersatz für eine Gesamtstrategie. Einzelprogramme können systemische Herausforderungen nicht abbilden. Die Pflanzenzüchtung braucht innerhalb der Hightech Agenda einen klar strukturierten und auf jeden Fall langfristig tragfähigen Rahmen.
Drei Strategiefelder, die die Hightech Agenda für den Bereich Pflanzenzüchtung ermöglichen muss
1.
Datenräume verbinden – Züchtungsfortschritt beschleunigen
Die zentrale Chance der Agenda liegt im Aufbau leistungsfähiger, disziplinübergreifender Datenräume. Dies hat die Bundesregierung für den Bereich Gesundheit bereits erkannt. Aber auch für den Bereich der Agrarwirtschaft und Pflanzenzüchtung sind vergleichbare Strukturen essentiell. Denn nur wenn Genomik-und Phänotypisierungsdaten, Umweltinformationen und Daten aus der landwirtschaftlichen Praxis systematisch verknüpft werden können, entsteht ein datengetriebenes System, das Züchtungsfortschritt erheblich beschleunigen kann. PhytoProtect setzt erste Impulse in einem Teilbereich aktueller Themen – doch der benötigte übergreifende „Datenraum Züchtung“ fehlt bislang. Er wäre entscheidend, um Daten auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar zu machen - unabhängig von singulären Forschungsthemen.
2.
Wissensintegration entlang des gesamten Innovationspfads
Züchtung wirkt nur dann, wenn Forschung, Pflanzenzüchtung und landwirtschaftliche Praxis reibungslos ineinandergreifen. Die Hightech Agenda eröffnet die Chance, Daten- und Wissensflüsse entlang dieser Kette zu stärken. Damit dies funktioniert, müssen Strukturen geschaffen werden, die deutlich über die Reichweite einzelner Förderprogramme hinausgehen und die systemische Bearbeitung pflanzenzüchterischer Fragestellungen im Hinblick auf standortangepasste und klimaresiliente Sorten ermöglichen.
Dabei geht es neben der Schaffung von Dateninfrastrukturen auch um die Entwicklung von statistischen Modellen z.B. im Bereich „Prediction“.
Strategische Perspektive
Sorten und Saatgut sind die Grundlage landwirtschaftlicher Produktion – und damit ein sicherheitsrelevanter Bereich. Sie sichern Versorgungsstabilität, Klimaanpassung, Biodiversität sowie die Wettbewerbsfähigkeit einer mittelständisch geprägten Branche.
Diese systemische Bedeutung muss sich auch im forschungs- und technologiepolitischen Ansatz widerspiegeln. PhytoProtect zeigt, was möglich ist – und macht gleichzeitig sichtbar, wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt. Nun muss sichergestellt werden, dass systemische Ansätze, wie sie in der Agenda beispielsweise für den Gesundheitsbereich beschrieben sind, auch für die Pflanzenzüchtung realisiert werden. Nur so kann die gesamte Breite an Themen und Kulturarten effektiv bearbeiten werden.
Die Hightech Agenda Deutschland bietet den politischen Rahmen, die Pflanzenzüchtung als Teil der strategischen Infrastruktur zu verankern und ihr eine langfristige, systemische Grundlage zu geben.
Denn Zukunftssicherheit beginnt bei der Sortenentwicklung. Eine Hightech Agenda, die diesen Ursprung anerkennt, investiert in die Stabilität von morgen.


Ulrike Amoruso-Eickhorn
Steffen Kawelke
Lassen Sie uns Feedback da.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu den aktuellen BDP-NACHRICHTEN. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung zu Inhalten, Gestaltung und Aufbereitung mit – sowie Ihre Anregungen für kommende Ausgaben.
Nächster Artikel

Container for the dynamic page
(Will be hidden in the published article)


