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Vom 16. bis 25. Januar 2026 präsentierte sich der BDP auf der Grünen Woche unter dem Leitmotiv „Vielfalt ist unsere Lebensversicherung“ und stellte die Pflanzenzüchtung als strategischen Faktor moderner Vorsorge-, Risiko- und Resilienzpolitik in den Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass sich die Anpassungsfähigkeit von Landwirtschaft und Ernährungssystemen in langfristigen Innovations- und Vorsorgeprozessen entscheidet. Die Grundlage für Resilienz und Versorgungssicherheit muss lange vor akuten Krisen gelegt werden.

Fortsetzung des Dialogs mit Bundesminister Alois Rainer
BDP-Vorsitzende Stephanie Franck knüpfte an ihren Austausch mit Bundesminister Rainer im November 2025 an und stellte Sorten und Saatgut als strategische Ressourcen und zentrale Elemente moderner Daseinsvorsorge heraus. Thematisiert wurden kohärente und verlässliche Rahmenbedingungen, die dafür benötigt werden - darunter der Umgang mit neuen Züchtungsmethoden sowie die Einschränkung der Patentierbarkeit, um Innovationsfähigkeit, fairen Wettbewerb und den Zugang zu genetischer Vielfalt in Deutschland und Europa langfristig zu sichern.
Landwirtschaft als Teil gesamtgesellschaftlicher Resilienz
Ernährungssicherheit, klimatische Veränderungen, geopolitische Verschiebungen und technologische Umbrüche wirken heute nicht mehr isoliert. Risiken überlagern sich, verstärken sich gegenseitig und entziehen sich einfachen politischen Antworten. In diesem Kontext verändert sich auch die Rolle der Landwirtschaft. Sie ist nicht mehr allein Produktionssektor, sondern eine tragende Säule gesamtgesellschaftlicher Resilienz – vergleichbar mit Energie-, Gesundheits- oder digitaler Infrastruktur.
Vielfalt als strategischer Kern
Innerhalb dieser Säule kommt der Vielfalt unserer Kulturarten und Sorten eine zentrale Bedeutung zu, die im politischen Diskurs bislang unterschätzt wird. Sie ist nicht nur Bestandteil landwirtschaftlicher Praxis, sondern der strategische Kern eines leistungsfähigen Agrar- und Ernährungssystems. Vielfalt entscheidet darüber, wie flexibel Systeme auf Krisen reagieren können, wie robust Erträge unter sich verändernden Bedingungen bleiben und ob Innovation rechtzeitig entsteht. Sie wirkt präventiv, langfristig und generationenübergreifend.
Leerstelle im agrarpolitischen Diskurs
Agrarpolitik ist vielfach von kurzfristiger Krisenbewältigung geprägt. Preisfragen, Zielkonflikte zwischen Umweltauflagen und Wirtschaftlichkeit oder die Reaktion auf einzelne Extremereignisse dominieren die Debatte. Indes gerät die ganzheitliche Perspektive auf die pflanzliche Basis unserer Agrar- und Ernährungssysteme zu leicht aus dem Blick. Dabei geht es hier um die zentrale Frage, welche Pflanzen künftig benötigt werden, um Ernährung zu sichern, Ressourcen effizienter zu nutzen, ökologische Anforderungen mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu verbinden und Wertschöpfung zu erhalten.
Anforderungen an die Pflanzen von morgen
Zukünftige Sorten müssen mit Hitze, Trockenperioden, Starkregen und neuen Schaderregern umgehen und zugleich stabile Erträge liefern. Sie müssen Nährstoffe effizienter nutzen und mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommen. Dabei darf es weder Abstriche bei Qualität noch bei den Marktanforderungen geben. Solche Eigenschaften entstehen nicht von heute auf morgen, sondern sind das Ergebnis langfristiger Innovationsprozesse.

Im Austausch mit Bundesministerin Dorothee Bär
Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Bundesministerin Dorothee Bär stand die Frage, wie Forschung gezielt als Hebel für Wertschöpfung, Souveränität und Resilienz genutzt werden kann. Dabei ging es u. a. den gezielten Ausbau der Agrar- und Züchtungsforschung, die strategische Bedeutung der Pflanzenzüchtung sowie ihre Verankerung in nationalen Resilienz- und Sicherheitsstrategien. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf langfristigen Forschungsprogrammen, wie z. B. zu Data Science, und verlässlichen Rahmenbedingungen, um klimaresiliente, standortangepasste Sorten zu entwickeln und die Leistungsfähigkeit der mittelständisch geprägten Pflanzenzüchtung in Deutschland und Europa zu sichern.
Pflanzenzüchtung als Vorsorgeleistung
Pflanzenzüchtung arbeitet in langen Zeiträumen. Zwischen erster züchterischer Entscheidung und breiter Nutzung einer Sorte liegen meist zehn bis fünfzehn Jahre. Was heute nicht vorbereitet wird, steht morgen nicht zur Verfügung. Züchtung ist daher keine kurzfristige Reaktion, sondern strategische Vorsorge. Ihre Leistungsfähigkeit beruht auf der Nutzung einer breiten genetischen Basis und der kontinuierlichen Weiterentwicklung pflanzlicher Vielfalt. Diese Vielfalt ist zugleich Ausgangspunkt und Ergebnis erfolgreicher Züchtungsarbeit.


Ulrike Amoruso-Eickhorn
Nicole Ickstadt
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