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Zeitreise Weizenzüchtung  140 Jahre Fortschritt im Feld

Der Weizenschauversuch am Campus Klein-Altendorf zeigte den Züchtungserfolg im Wandel der Zeit

Kooperationspartner:

  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Campus Klein-Altendorf
  • Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP)
  • Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS)

Projektlaufzeit:
 Oktober 2024 – September 2025

Wie hat sich Weizen im Verlauf von 140 Jahren Pflanzenzüchtung verändert – und welchen Beitrag hat die Getreidezüchtung zur Ernährungssicherung geleistet? Antworten lieferte der Schauversuch zur #ZeitreiseWeizenzüchtung auf dem Campus Klein-Altendorf der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Das Demonstrationsprojekt, initiiert vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) und dem Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS), präsentierte 19 Weizensorten aus unterschiedlichen Züchtungsepochen – vom Landweizen des 19. Jahrhunderts bis zu modernen Hochleistungssorten.

Ziel des Projekts war es, den Züchtungsfortschritt sichtbar und erlebbar zu machen und den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft zu fördern. Nach der Ernte im Sommer 2025 zogen die beteiligten Organisationen eine durchweg positive Bilanz – und veröffentlichen mit dem Abschlussfilm „Züchtung gestern – heute – morgen“ ein anschauliches Resümee des Projekts.

Sichtbarer Fortschritt: Vom Langstrohweizen zum standfesten Hochleistungstyp

Der Weizenschauversuch verdeutlichte eindrucksvoll, wie stark sich Züchtungsziele und Pflanzeneigenschaften im Lauf der Zeit verändert haben und neue Sorten an Anforderungen aus Landwirtschaft und Gesellschaft angepasst wurden. Historische Sorten zeigten lange, weiche Halme und waren anfällig für Lager – ein gravierendes Problem früherer Jahrzehnte. Im Vergleich dazu präsentierten moderne Sorten kurze, stabile Halme und deutlich kompaktere Pflanzenarchitekturen bei zugleich höheren Erträgen.

Die einheitlichen Anbaubedingungen – identische Aussaatstärken (außer bei Hybridweizen und Dinkel), Düngung und Pflanzenschutz – erlaubten einen direkten Vergleich. Dabei schnitten die modernen Sorten sowohl im Kornertrag als auch im Korn-Stroh-Verhältnis deutlich besser ab als ihre historischen Pendants.

Trotzdem betont Dr. Dennis Hehnen (BDP, GFZS): „Alte Sorten sind keineswegs obsolet – sie sind wichtige genetische Ressourcen. Ihr Potenzial, insbesondere in Bezug auf Wurzelarchitektur, Anpassungsfähigkeit und Qualitätseigenschaften, ist für die moderne Züchtung weiterhin von Bedeutung.“

"Heute stehen Landwirtinnen und Landwirten über 200 verschiedene Weizensorten zur Auswahl - maßgeschneidert für regionale Gegebenheiten und Verwertungsziele."


Dr. Dennis Hehnen, GFZS-Geschäftsführer


Forschung, Wissenstransfer und gesellschaftlicher Dialog

Über die gesamte Vegetationsperiode hinweg besuchten rund 2.000 Interessierte aus Landwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Bevölkerung den Schauversuch. Führungen und Fachgespräche boten Gelegenheit, über die Bedeutung von moderner Züchtung und gesundem Saatgut für Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung zu diskutieren.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Wissenschaftskommunikation: Dr. David Spencer begleitete die #ZeitreiseWeizenzüchtung filmisch als Wissenschaftskommunikator und bereitete das Material für soziale Medien auf. „Mich hat fasziniert, wie viele Züchtungsziele ineinandergreifen – von Ertrag und Qualität über Krankheitsresistenzen bis hin zur Ressourceneffizienz“, berichtet Spencer. Mit rund 640.000 Impressionen in den sozialen Netzwerken erreichte das Projekt ein breites Publikum weit über die Fachcommunity hinaus.


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640.000
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Weizen im Fokus: Forschung für die Zukunft

Weizen bleibt die wichtigste Kulturart Deutschlands – 2024 mit einer Anbaufläche von 2,63 Millionen Hektar. Die Universität Bonn nutzt den Campus Klein-Altendorf als zentrale Plattform für angewandte Pflanzenforschung. „Wir arbeiten unter anderem an Weizenlinien mit optimiertem Wurzelwachstum, um Nährstoffaufnahme und Trockenstresstoleranz zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. Ralf Pude, wissenschaftlicher Leiter des Campus.

Gerade hier zeigt sich der Wert historischer Sorten erneut: Sie liefern genetische Ausgangspunkte für Merkmale, die unter heutigen Klimabedingungen wieder relevant werden könnten. Damit schließt sich der Kreis zwischen Vergangenheit und Zukunft der Züchtung.

 

Robotik und Phänotypisierung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion
Prof. Dr. Uwe Rascher zu Besuch beim Weizenschauversuch

Das Exzellenzcluster ‪PhenoRob betreibt Spitzenforschung im Bereich Robotik und Phänotypisierung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion. Prof. Dr. Uwe Rascher ist einer der führenden Wissenschaftler im Exzellenzcluster und vertritt das Forschungszentrum Jülich als eine der beteiligten Institutionen. Mit Dr. David Spencer von ‪@Krautnah tauschte sich Prof. Dr. Uwe Rascher auf unserem Schauversuch zur #ZeitreiseWeizenzüchtung über die Mission von PhenoRob aus und wie diese Forschung die Pflanzenzüchtung sinnvoll unterstützen kann.

David Spencer im Gespräch mit Prof. Dr. Uwe Rascher, PhenoRob

An folgenden Standorten kann der Weizenschauversuch 2025/26 besichtigt werden:

  • Humboldt-Universität Berlin
    Versuchsstandort: Dahlem

  • FH Weihenstephan-Triesdorf
    Versuchsstandort: Triesdorf

  • DSV
    200 Jahre Pflanzenzüchtung in Leutewitz

  • FH Soest
    Versuchsstandort: Versuchsgut Merklingsen

  • Uni Bonn
    Versuchsstandort: Klein-Altendorf

Neuauflage 2026: Vom Modellprojekt zur Mitmach-Initiative

Aufgrund der großen Resonanz plant das Versuchsgut Klein-Altendorf eine Neuauflage in der Anbausaison 2025/26 – erneut an der Rheinischen Apfelroute, einem beliebten Rad- und Wanderweg. 

Auch vier weitere Institutionen und Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet haben Interesse bekundet und werden den Weizenschauversuch auf eigenen Feldern anlegen. Zur Unterstützung erhalten sie Starterpakete mit Saatgut der 19 Sorten und den dazugehörigen Sortenschildern. So können ähnliche Demonstrationsversuche regional durchgeführt werden – nach dem Motto: „Lieber anhand weniger Sorten anschaulich über Züchtung sprechen als theoretisch über Vielfalt referieren.“

Weizenstammbaum

Einblick in die Züchtungsgeschichte des Weizens

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Kerstin Schlemmer

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