Fokus liegt auf Insekten, neuen Züchtungsmethoden und Data Science
57 Züchtungsunternehmen und Forschungsdienstleister in der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi) bilden mit Forschungsinstituten ein leistungsfähiges Netzwerk in Deutschland im Bereich der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung. Aktuell werden 27 Verbundprojekte mit 145 Partnern aus Academia und Züchtungsunternehmen zu den Forschungsschwerpunkten Resistenz gegen Krankheiten und Schaderreger, Züchtungsmethodik, Ertrag und Qualität sowie nachwachsende Rohstoffe durchgeführt.
Insektenforschungsprogramme jetzt auf den Weg bringen
2024 hat drastisch aufgezeigt, dass die Schilf-Glasflügelzikade durch klimatische Veränderungen und Einschränkungen bei Pflanzenschutzmitteln bei Zuckerrüben, Kartoffeln und vielen Gemüsearten Schäden bis hin zum Totalausfall verursacht hat. Die GFPi hat in ihrer Jahrestagung und bei dem Messeauftritt auf der Grünen Woche 2025 den dringend notwendigen Auf- und Ausbau der Insektenforschung in Deutschland adressiert. Die Ministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sind gefordert, jetzt Forschungsprogramme in der Grundlagen- und der angewandten Forschung auf den Weg zu bringen. Die Züchtung muss in die Lage versetzt werden, insektenresistente Sorten zu entwickeln. Dies schließt auch die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften für das neue Forschungs- und Züchtungsziel Insektenmanagement ein.
Blattläuse sind häufig Vektoren für Viruskrankheiten.
Starke Förderprogramme für die Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung in der Pflanzenzüchtung sind unverzichtbar und bedürfen zusätzlicher Forschungsmittel. Die Bundesregierung ist aufgefordert, die vorwettbewerbliche Forschungsförderung in den Bereichen Resistenzzüchtung, neue Züchtungsmethoden und datengetriebene Ansätze/Data Science langfristig und umfassend zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.
Datengetriebene Ansätze umsetzen und weiterentwickeln
Pflanzenzüchtung ist eine Datenwissenschaft. Um Daten zukünftig besser miteinander zu kombinieren und für Züchtungszwecke nutzbar zu machen, hat die GFPi im abgeschlossenen Projekt „BreedFides“ Konzepte für eine Datenplattform erarbeitet, die nun im Projekt „DRIVE“ praktisch angewendet werden. Weiterhin bedarf das angestrebte Ziel einer optimierten Verknüpfung von Daten aus Genotyp, Phänotyp, Umwelt und Bewirtschaftung zur Entwicklung standortangepasster Sorten einer langfristig angelegten Forschungsförderung.
Europa wettbewerbsfähig machen
Erste Ideen für die EU-Forschungs- und Innovationsförderung ab 2028 zirkulieren in Brüssel. Eine externe Expertenkommission sowie das EU-Parlament sehen mindestens eine Verdopplung des Budgets. Hingegen sieht ein Konzept der EU-Kommission einen Competitiveness Fund vor, in dem Forschung und Innovation mit weiteren, bisher einzelnen Förderprogrammen aufgehen. Das Ziel ist eindeutig: Die Wettbewerbsfähigkeit der EU steht im Fokus der kommenden Jahre.





